Bei bewölktem Wetter und teilweise leichtem Regen fand am Sonntag, 23. Juni 2013 die 16. Austragung des Black Forest Bike-Marathon in Kirchzarten (D) statt. Ich belegte auf der klassischen Marathonstrecke über 76.5 km und 2‘050 Höhenmeter unter den 133 gestarteten Fahrerinnen den sehr guten 3. Platz. Gewonnen wurde das Rennen von der Holländerin Hielke Elferink vor der Deutschen Bettina Uhlig.

 

Ich freute mich schon lange auf das Rennen in Kirchzarten. Die Strecke ist zwar nicht sehr schwierig, aber die Atmosphäre mit den vielen Zuschauern und die ganze Organisation rund um dieses Rennen ist einfach einzigartig. Mit insgesamt 5‘056 Teilnehmerinnen und Teilnehmern, welche über die verschiedenen Distanzen starten, ist der Marathon im Schwarzwald der grösste in Mitteleuropa und hatte zudem heuer einen neuen Teilnehmerrekord zu verzeichnen. Mein Ziel war es, im stark besetzten Feld erneut einen Podestplatz zu erobern. Um 8.15 Uhr fiel der Startschuss. Für einmal verlief die erste Phase des Rennens relativ ruhig und im Feld wurde auf den ersten flachen Kilometern gesittet und anständig gefahren. Ich erwischte einen guten Start und konnte mich  im ersten Aufstieg hinter der in Freiburg (D) wohnenden Holländerin Hielke Elferink auf dem zweiten Rang behaupten. Kurz vor dem ersten Kulminationspunkt konnte ich sogar zu ihr aufschliessen.

 

Kirchzarten 04

 

Zusammen mit einer Gruppe männlichen Fahrern  ging es in die erste rasante Abfahrt Richtung Hinzerzarten/Titisee. Ich fühlte mich sehr gut und konnte das hohe Tempo ohne Probleme mitgehen.  Immer wieder überholten wir nun Fahrer, welche vor uns gestartet waren und die längste Distanz absolvierten. In einem kurzen Singletrail-Aufstieg, welcher zirka in der Mitte der Abfahrt folgte, verlor ich den Anschluss an die Gruppe. Für einen kurzen Moment war ich etwas eingeklemmt in den Fahrern welche wir am überholen waren. Leider schaffte ich es dann nicht, das entstandene kleine Loch wieder zu schliessen. Auf dem Rest der Abfahrt war ich nun auf mich alleine gestellt. Ich wusste, dass ich keine Chance hatte, die Gruppe um Elferink in der Abfahrt wieder einzuholen, deshalb nahm ich etwas Tempo raus und hoffte, dass von hinten vielleicht bald eine nächste Gruppe kommen wird. Leider war dem nicht so und fuhr alleine bis zum Titisee.

 

Nach der ersten Verpflegungszone folgte ein zirka 15 Kilometer langer Streckenabschnitt durchs Bärental, welcher relativ flach ist. Eigentlich ist das gar nicht mein Ding, diese „weder-Fisch-noch-Vogel-Abschnitte“ liegen mir nicht besonders. Da ich die Strecke aus den Vorjahren kannte, wusste ich was auf mich zukommt und mein Ziel war es, diesen Aschnitt heuer mal gut zu erwischen und Vollgas durchzufahren. Mein Vorhaben gelang mir dann auch. Ich fühlte mich immer noch recht gut und konnte mich einer kleinen Gruppe Fahrern anschliessen, welche von hinten kam und ordentlich aufs Tempo drückte. Trotzdem schloss die Vorjahressiegerin Bettina Uhlig, welche ebenfalls in einer Gruppe unterwegs war, in einer schnellen Asphaltabfahrt zu uns auf und konnte mich etwas distanzieren. Beim zweiten längeren Aufstiege Richtung Stollenbach gelang es mir wieder näher an Uhlig heran zu kommen. Ich merkte, dass ich am Berg stärker war als sie, aber ich konnte das Loch nicht ganz schliessen, weil schon bald wieder talabwärts ging.

 

Kirchzarten 10

 

Nach einem weiteren kurzen Aufstieg im Stollenbach folgte eine weitere rasante Abfahrt, welche durch einige technische Passagen unterbrochen wurde. Auch beim letzten Aufstieg aufs Rappeneck war Uhlig immer noch in Sichtweite. Ich versuchte nochmals alles aus mir heraus zu holen.  Trotz des hohen Tempos konnte ich sie nicht ganz einholen, dafür war die Steigung wieder etwas zu kurz. Mit dosiertem Risiko meisterte ich auch die letzte Abfahrt. Auf den letzten drei flachen Kilometern Richtung Ziel gab ich nochmals alles, aber ich wusste, dass Uhlig nicht mehr einzuholen ist. Als umjubelte Drittplatzierte konnte ich mich nach einer Fahrzeit von 3:31:43 Stunden im Sportstadion von Kirchzarten feiern lassen. Mit lediglich 1.42 Minuten auf Rang 2 und 4.30 auf die Siegerin waren die Abstände heute sehr klein.

 

Kirchzarten 16

 

Ich konnte heute ein starkes Rennen zeigen. Mein angeschlagenes Tempo zog ich vom Anfang bis zum Ende ohne Krise durch. Vor allem in den Aufstiegen fühlte ich mich sehr gut. Ich bin mit dem dritten Rang glücklich und zufrieden. In Kirchzarten auf dem Podest zu stehen ist immer etwas Spezielles. Die vielen Zuschauer und die ganze Atmosphäre machen das Rennen immer wieder zu einem Highlight. Das Resultat gibt mir viel Selbstvertrauen. Mein Formaufbau stimmt und ich freue mich auf die kommenden Rennen.

 

Kirchzarten 18